Freitag, 17. April 2015

Kein bisschen Frieden.






































Als am heutigen Freitag-Abend um 17.30 Uhr der Ball ins Rollen kam, ahnte noch niemand der anwesenden Spieler, dass er der Darsteller eines mitunter brutal geführten Dramas werden sollte. Nach insgesamt 3 Stunden (180 Minuten) vollsten Einsatzes lagen die Nerven teilweise komplett blank ... ein hauchdünner 10:9 Endstand inklusive.
Zwei ebenbürtig aufspielende Teams schenkten sich rein gar nichts ... jeder einzelne Protagonist holte das Maximum aus sich heraus und beackerte unermüdlich, ununterbrochen, unbeugsam und unerschrocken den Bolzplatz an der altehrwürdigen Galopprennbahn. Es wurde geschimpft, lamentiert, gestritten ... jede verursachte Ecke führte zu heftigsten Konflikten, Geschrei, Vorwürfen und schließlich zu irgendeiner Entscheidung. Die Zweikämpfe wurden kleinlich, engmaschig, überhart und mit einem hohen Verletzungsrisiko bestritten ... es schien zeitweise so, als spielten hier zwei völlig verhasste, rivalisierende Mannschaften um einen großen Titel!

Ein Spiel auf diesem Niveau, mit dieser erschütternden Intensität hatte es bis dato in 16 Jahren Bastards United noch nicht gegeben. Als die Sonne schon längst untergegangen war und der Vögel Gesang verstummte, stand es schließlich 9:9! Doch dieser dreistündige Tanz auf dem Vulkan benötigte ein Überlebenden und ein Sterben - darin waren sich alle einig. Und dieses letzte Tor fiel und fast jeder brach in irgendeiner Form aus schierer Verzweiflung oder purer Freude in sich zusammen. Nicht jeder Spieler war in der Lage sich zu verabschieden ... es gab keine Trennung im Guten oder im Bösen. Es galt einfach, ein unglaubliches Spiel zu realisieren und mit dem Erfolg/der Niederlage umzugehen.

Nun könnte man meinen, dass ein solches Duell keinen Sieger verdient und keine Verlierer nötig gehabt hätte - doch ganz so schiedlich stellt sich die Sachlage dann doch nicht dar. Das berühmte Zünglein (oder war es die große Zunge eines Rindes?) an der Waage war bei ausgeglichen besetzten Feldspielern nämlich ein Torhüter: "die Kobra" mit Super-Mario in Person! Was dieser "Wüstenhund" am heutigen Freitag abwehrte verdient einfach mal an dieser Stelle allerhöchsten Respekt. Und: dieser muss einfach auch einmal ausgesprochen werden! Mit teils spektakulären Verrenkungen hielt er sein Team unermüdlich am Leben und ermöglichte allein dadurch den späteren, verdienten Sieg.

Draußen ist es nun dunkel. Während ich in der Badewanne saß und die Dusche mich von Staub und Dreck befreite, zuckten meine Oberschenkel unter irrsinnigen Krämpfen. Um mein Herz herum stach etwas eigenartig, mir wurde schwindlig und später versagte mir auch noch meine Rückenmuskulatur ... es war zu viel heute, viel zu viel und damit gesundheitlich durchaus riskant. Dennoch werde ich diesen Spieltag mein Lebtag nicht vergessen: ein Hauen, ein Stechen, ein Geschrei, Geschimpfe, Geplärre, ein Verhandeln wie auf dem Basar, ein Antreiben, Kampf, Blut, Schweiß, Staub und letztlich völlige Erschöpfung durch die totale Selbstaufgabe. Endorphine über Endorphine.

Geil. Der Lange.

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben!
    ...auch wenn es sicher schwer fiel die richtigen Worte für dieses Spektakel zu finden! :)

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