Sonntag, 5. Juni 2016

Zentnerschwere Wehmut ...

 
Am Samstag-Abend habe ich mich getraut: Mit meiner Kamera und einem hellen Landwein radelte ich zu unserem ehemaligen Bolzplatz ... immerhin für reichlich 15 Jahre liebgewonnene Heimat der BASTARDS. Um zu verstehen, wie schwer der Anblick zu ertragen war, muss man die ganze Geschichte kennen. Die Geschichte einer sagenhaften Bolzplatz-Truppe, welche in ständiger Verwandlung war und ist - aber dennoch tragende Säulen besaß. Wie den guten, alten Ole oder eben der ewigen Heimat an der Galopprennbahn. Für die ganz große Geschichte fehlt mir hier und jetzt die Kraft ... aber mit ihr im Rücken schossen mir dann doch fast die Tränen in die Augen. Vielleicht lag das auch daran, dass ich seit über 17 Jahren einer der Väter (und der letzte Verbliebene!) des Teams bin. Hin wie her schwadroniert mit großen Gefühlen: Der Bolzplatz ist Vergangenheit und die riesigen Käfige, der stupide Kies sowie endlos viel Beton zementieren diese Realität. Aus und vorbei. Keine Sonnenuntergänge mehr parallel zum finalen Torschuss. Die neue Heimat an der Taro-Straße ist ein guter Ersatz und das der Ball weiterhin  rollt ein großes Geschenk. Nur eben an diesem Samstag-Abend, da kollidierten Wehmut mit Zorn und Frust mit unendlich vielen, schönen Erinnerungen. Das neue, geleckte Sportgelände ist abgeschlossen. Betreten für Unbefugte verboten. Als ob wir in einem solchen Knast-Ground kicken würden! Pah! Ein letzter Blick in die rauschenden Wipfel der riesigen, alten Bäume - nochmals in das altbekannte Licht der untergehenden Sonne blinzeln, das Fahrrad wenden und davon schlingern.
 
Wir sehen uns am Montag um 18:30 Uhr.
 
Der Lange 

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